Bohrstangen

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Bohrstangen für präzise Innenbearbeitungen

Eine Bohrstange bearbeitet Bohrungen durch Drehen präzise auf Maß. Sie eignet sich zum Längsdrehen, Plandrehen, Konturdrehen und Ausdrehen. Professionelle Anwender fertigen damit Passungen, Absätze, Fasen und definierte Innenkonturen.

Das Sortiment umfasst Bohrstangen aus Stahl, HSS und Hartmetall. Hinzu kommen Mini-Bohrstangen sowie schwingungsgedämpfte Ausführungen für große Auskraglängen. Verschiedene ISO-Klemmsysteme nehmen passende Wendeschneidplatten sicher und wiederholgenau auf.

Die passende Bohrstange für jede Auskraglänge

Beim Innendrehen beeinflusst die Auskraglänge maßgeblich die Prozessstabilität. Eine kurze und kräftige Werkzeugaufnahme reduziert Schwingungen und verbessert die Oberflächengüte. Deshalb sollte die Bohrstange nur so weit wie nötig auskragen.

Der Schaftwerkstoff bestimmt Steifigkeit, Dämpfung und mögliche Auskraglänge:

  • Stahl-Bohrstangen eignen sich vor allem für kurze Auskragungen bis etwa 3 × D.
  • HSS-Bohrstangen bieten eine höhere Steifigkeit und erlauben bis etwa 5 × D.
  • Hartmetall-Bohrstangen arbeiten schwingungsarm und erreichen Auskragungen bis etwa 8 × D.
  • Gedämpfte Bohrstangen unterstützen stabile Prozesse bei besonders tiefen Bohrungen.

Dabei bezeichnet D den Schaftdurchmesser der Bohrstange. Diese Werte dienen als Orientierung. Werkstoff, Schnittwerte, Spannung und Bohrungsgeometrie beeinflussen die tatsächlich mögliche Auskraglänge.

Bohrstangen aus Stahl, HSS oder Hartmetall

Stahl-Bohrstangen decken viele Standardanwendungen beim Innendrehen wirtschaftlich ab. Sie bieten robuste Grundkörper und eignen sich für kurze bis mittlere Bohrungstiefen. Varianten mit Innenkühlung führen Kühlschmierstoff gezielt in den Arbeitsbereich.

HSS-Bohrstangen verbinden hohe Zähigkeit mit größerer Steifigkeit. Sie unterstützen stabile Prozesse bei mittleren Auskraglängen. Einige Ausführungen besitzen zusätzliche Freiräume, welche die Spanabfuhr erleichtern.

Hartmetall-Bohrstangen bieten eine besonders hohe Biegesteifigkeit. Sie reduzieren Schwingungen bei langen Auskragungen und kleinen Schaftdurchmessern. Dadurch verbessern sie häufig Standzeit, Maßhaltigkeit und Oberflächengüte.

Schwingungsgedämpfte Ausdrehwerkzeuge nutzen einen integrierten Dämpfungsmechanismus. Dieser wirkt störenden Schwingungen während der Bearbeitung entgegen. Solche Systeme eignen sich besonders für tiefe Bohrungen und anspruchsvolle Innenkonturen.

Bohrstangen mit Wendeschneidplatten auswählen

Die passende Wendeschneidplatte richtet sich nach Werkstoff, Bearbeitungsaufgabe und gewünschter Oberfläche. Unterschiedliche Plattenformen beeinflussen Stabilität, Zugänglichkeit und mögliche Konturen.

Robuste Plattenformen unterstützen hohe Schnittkräfte und größere Schnitttiefen. Spitzere Geometrien erreichen dagegen schwer zugängliche Konturen und kleinere Bohrungsdurchmesser. Positive Schneiden reduzieren die Schnittkräfte und unterstützen ruhige Prozesse bei kleinen Werkzeugdurchmessern.

Der ISO-Code beschreibt wichtige Merkmale von Bohrstange und Wendeschneidplatte. Dazu zählen Klemmsystem, Plattenform, Einstellwinkel, Freiwinkel und Schneidrichtung. Anwender können dadurch kompatible Komponenten eindeutig zuordnen.

Bohrstangen stehen für Rechts- und Linksbearbeitung zur Verfügung. Die erforderliche Ausführung hängt von Spindeldrehrichtung, Vorschubrichtung und Maschinenaufbau ab.

Wichtige Auswahlkriterien beim Innendrehen

Vor der Auswahl einer Bohrstange sollten Anwender mehrere technische Merkmale prüfen:

  • Der minimale Bohrungsdurchmesser muss zum Werkzeugkopf und zur Wendeschneidplatte passen.
  • Der Schaftdurchmesser sollte den verfügbaren Bauraum möglichst vollständig nutzen.
  • Die Auskraglänge muss zur Bohrungstiefe und zur Schaftausführung passen.
  • Der Einstellwinkel bestimmt Zugänglichkeit, Kraftrichtung und mögliche Bearbeitungsoperationen.
  • Die Schneidengeometrie muss zum Werkstoff und zur gewünschten Bearbeitungsqualität passen.
  • Eine Innenkühlung unterstützt Spanabfuhr und Temperaturkontrolle in tiefen Bohrungen.
  • Die Schnittstelle muss mit Werkzeugaufnahme und Maschine harmonieren.

Ein möglichst großer Schaftdurchmesser erhöht die Steifigkeit des gesamten Systems. Gleichzeitig benötigt der Werkzeugkopf ausreichend Freiraum innerhalb der Bohrung. Der minimale Vorbohrdurchmesser bildet deshalb ein zentrales Auswahlmerkmal.

Späne sicher aus der Bohrung führen

Beim Innendrehen können lange Späne den Prozess erheblich stören. Sie beschädigen Oberflächen, belasten die Schneide und behindern den Kühlschmierstoff. Eine geeignete Spanbrechergeometrie fördert kurze, kontrollierbare Späne.

Auch die Kühlschmierstoffzufuhr spielt eine wichtige Rolle. Innengekühlte Bohrstangen führen das Medium näher an Schneide und Spanraum. Das unterstützt den Spantransport und begrenzt die thermische Belastung.

Schnittgeschwindigkeit, Vorschub und Schnitttiefe müssen zur Wendeschneidplatte passen. Stabile Spannverhältnisse bilden dabei die Grundlage für einen sicheren Drehprozess.

Häufige Fragen zu Bohrstangen

Wofür verwendet man eine Bohrstange?

Eine Bohrstange bearbeitet vorhandene Bohrungen durch Innendrehen. Sie erzeugt genaue Durchmesser, Absätze, Fasen, Planflächen und Konturen.

Welche Bohrstange eignet sich für tiefe Bohrungen?

Hartmetall-Bohrstangen unterstützen größere Auskraglängen als klassische Stahlvarianten. Bei sehr tiefen Bohrungen reduzieren gedämpfte Systeme störende Schwingungen.

Welchen Schaftdurchmesser sollte die Bohrstange besitzen?

Der Schaft sollte so groß wie möglich und so klein wie nötig ausfallen. Ein großer Durchmesser erhöht die Steifigkeit, muss aber genügend Freiraum lassen.

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