Magnete zum Spannen - Magnetspannplatten für eine gleichmäßige und flexible Spannmöglichkeit
Sie kennen das sicher auch: Ihre Maschine steht still und produziert nicht, während Sie umspannen, neu ausrichten und sie wieder anfahren. Die Stillstandszeiten sind aber nicht nur unproduktiv. Durch eine fehlerhafte Neuaufspannung kann sogar Ausschuss entstehen, der sich nicht verkaufen lässt. Darüber hinaus können Sie das Potenzial einzelner Werkzeuge nicht voll ausschöpfen.
Insbesondere ersteres führt dazu, dass die Maschinenauslastung oder die Overall Equipment Effectiveness, auch OEE-Wert genannt, in deutschen Unternehmen bestenfalls zwischen 65 und 85 Prozent liegt. Jede Anlage muss für ihre Tätigkeit schließlich passend ausgerüstet sein. Nur so lässt sich ein und dieselbe Maschine für die Fertigung mehrerer unterschiedlicher Produkte einsetzen. Und nur auf diese Weise kann ein Betrieb die geforderte Flexibilität bei einem Betrieb aufrechterhalten.
Diese Umrüstungen oder Rüstzeiten sind, je nach Betrieb und abhängig vom zu bearbeitenden Material, mal länger und mal kürzer. In jedem Fall gehen damit aber nicht-wertschöpfende und unproduktive Stillstandszeiten einher. Das Werkstück muss beispielsweise während dieser Zeit mit Schrauben befestigt und mithilfe von Nutensteinen an der richtigen Stelle positioniert werden. Dieser zusätzliche Arbeitsaufwand wirkt sich negativ auf die gesamte Effizienz und Produktivität eines Betriebs aus.

Arten und Funktionsweisen der unterschiedlichen magnetischen Spannplatten
In der Regel wird zwischen zwei Arten von Magnetspannplatten unterschieden:
- Permanent-Magnetspannplatten: Der Permanent-Magnet ist stets in Betrieb und nicht auf eine externe Stromquelle angewiesen. Die Magnetisierung lässt sich bewerkstelligen, indem die Pole mit der Betätigung eines Bedienschlüssels verlegt werden, die sich im Innern der Magnetspannplatte befinden. Süd- und Nordpole werden auf eine Weise positioniert, dass die Magnetfeldlinien über die Oberfläche des Magneten geleitet werden.
- Elektro-Permanent-Magnetspannplatten: Um die Elektro-Permanent-Magnetspannplatte zu betätigen, ist eine externe Stromquelle notwendig. Ein kurzer Stromstoß reicht bereits aus, um ein Magnetfeld zu erzeugen. Die externe Stromquelle kann abgenommen werden, die Maschinentür geschlossen werden. Nach Arbeitsbeendigung schließt man die Stromquelle wieder an und ein zweiter Stromstoß sorgt dafür, dass der Magnet sich wieder abschaltet. Das bedeutet auch, dass während des gesamten Prozesses keinerlei zusätzlichen Strom verbraucht wird.
Auswahl an Permanent- und Elektro-Permanent-Magnetspannplatten
Darüber hinaus können Anwender je nach Anforderungen zwischen runden und rechteckigen Magnetspannplatten in unterschiedlichen Größen auswählen. Beachten Sie, dass hochlegierte Stähle weniger magnetisch als niedrig legierte Stähle sind.
Gehen Sie bei der Anwendung folgendermaßen vor:
- Passen Sie zunächst die Schnittwerte an.
- Verwenden Sie die Anschläge für die Positionierung der Werkstücke.
- Spannen Sie das Werkstück auf und füllen Sie die Lücken, damit es nicht runtergezogen bzw. verformt wird.
- (Setzen Sie das Planfräsen ein, um eine ebene Fläche zu erzeugen.) Fräsen Sie die erste Seite plan.
- Wenden Sie das Werkstück auf die geplante Fläche und spannen Sie es auf.
- Bearbeiten Sie das Objekt nun von allen anderen Seiten, bis Sie es zu Ihrer Zufriedenheit fertiggestellt haben.
Vorteile der Magnetspannplatte
Neben den bereits angesprochenen Vorzügen bringen diese Arten der Spannvorrichtung zahlreiche weitere Vorteile beim täglichen Gebrauch mit sich:
- Schnelligkeit: Im direkten Vergleich mit allen anderen Spannsystemen lassen sich Magneten schnell ein- und wieder ausschalten, um das Werkstück anzupassen oder auszuwechseln. Das führt wiederum zu geringeren Maschinenstillstandzeiten.
- Flexibilität: Das Spannfutter kann für alle magnetischen Werkstücke eingesetzt werden, unabhängig davon, welche Form und welche Größe sie haben.
- Gleichmäßiges Einspannen: Der Magnet bietet im Gegensatz zu allen anderen Vorrichtungen eine vollflächige Spannkraft, sodass die gesamte Kontaktfläche des Werkstücks festgehalten wird. Das reduziert Vibrationen und garantiert ein qualitativ hochwertigeres Arbeitsergebnis.
- Unterbrechungsfreie Bearbeitung: Die 5 Seiten des Werkstücks sind frei zugänglich und lassen sich ohne vorherige Aus- und Einspannung bearbeiten.
- Konsistenz: Magnetspannplatten können eine konsistente und nicht-nachlassende Spannung bieten, während sie bei anderen Arten von Spannvorrichtungen schwanken kann.
- Geringer Wartungsaufwand: Da kaum bis keine bewegliche(n) Teile oder Gewinde vorhanden sind, ist der Wartungsaufwand gering und das Einölen oder Einfetten nicht notwendig.
- Kann für die Bearbeitung von großen Ringen bzw. Laufringen eingesetzt werden, beispielsweise von Kugellagern.

Reinigungstipps für die magnetische Spannplatte
Saubere Magnete sind wesentlich effektiver als verschmutzte. Die Magnetspannplatte sollte also in regelmäßigen Abständen von Spänen, Fetten, Flüssigkeiten und anderen Verunreinigungen befreit werden. Da die Verunreinigung je nach Branche, Verfahren und Werkstück variieren kann, gibt es keine allgemeingültigen Intervalle für die Wartung und Reinigung. Kriech- oder Penetrieröl kann Sie bei der Reinigung unterstützen. Eine verbrauchte Oberfläche lässt sich ggf. wieder schleifen. Elektrische Komponenten sollten keinesfalls mit Wasser oder Pressluft gereinigt werden, an dieser Stelle bieten sich Absauganlagen an.
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Magnetische Spannvorrichtungen oder Magnetspannplatten werden immer häufiger beim Fräsen, Erodieren, Drehen, Schleifen und Stanzen oder sogar in der Messtechnik eingesetzt.
Sie lassen sich für jedes magnetische Werkstück nutzen, das einfach flach auf die Spannplatte aufgelegt werden kann. Auf diese Weise sind fünf Seiten des Gegenstands frei zugänglich. Die Platte übt eine gleichmäßige magnetische Spannkraft auf das Objekt aus, wodurch sich Vibrationen während der Bearbeitung deutlich reduzieren lassen.
Bei Magnetspannplatten bilden die Werkstücke die andere Hälfte des Magnetkreises. Das zu bearbeitende Objekt schließt den Magnetkreis und sorgt für Spannkraft. Das bedeutet, dass unterschiedliche Werkstoffe verschiedene magnetische Sättigungsgrade aufweisen. Das sorgt wiederum für unterschiedliche Haltekräfte. Darauf muss man beim Zerspanungsprozess achten und den Prozess gegebenenfalls anpassen. Bei der Bearbeitung eines Werkstücks sind keine anderen Elemente einer typischen Spannvorrichtung im Weg.
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So praktisch Magnetspannplatten auch sein mögen, andere Spannmöglichkeiten wie Handschraubstöcke, Nullpunktspannsystem, Kompaktspanner, Spannpratzen bzw. – eisen, CNC Schraubstöcke und Vakuumspannplatten spielen in der modernen Fertigungsindustrie und in Werkstätten ebenfalls wichtige Rollen. Die weiteren Spannmöglichkeiten finden Sie auf unserer Ratgeber-Übersichtsseite.
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